Wiedereröffnung – Was Sie im Hinblick auf Legionellen beachten sollten

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Wiedereröffnung – was Sie im Hinblick auf Legionellen beachten müssen!

Die Corona-Pandemie wird unsere moderne Gesellschaft nachhaltig verändern. Die Bevölkerung ist sich der mit Bakterien und Viren verbundenen Risiken mehr denn je bewusst. Wir möchten Sie gerne, insbesondere für die Wiedereröffnung von öffentlichen Einrichtungen und Hotels, für das Thema Legionellen und Legionärskrankheit sensibilisieren.

Was sind Legionellen und was ist die Legionärskrankheit?

Die Legionärskrankheit ist eine schwere, unter Umständen lebensbedrohliche Lungenerkrankung, die durch Legionellen verursacht wird. Dieses Bakterium tritt immer wieder auf, weil es in unseren Wasserversorgungssystemen, Kühltürmen, Klimaanlagen, Bädern mit Wasserdüsen, Whirlpools oder Warmwasserleitungen optimale Wachstumsbedingungen findet.

Wodurch wird die Vermehrung von Legionellen begünstigt?

Das Wachstum von Legionellen wird begünstigt durch:

  • stillstehendes Wasser
  • Temperaturen zwischen 20°C und 60°C
  • Kalk
  • Metallkorrosionsrückstände (Eisen, Zink)
  • Schlamm und anderen mineralischen Sedimente (z.B. in Warmwasserreservoiren, am Boden von Kühltürmen, an den tiefsten Punkten von Rohrleitungssystemen)
  • bakteriologische Biofilme

Welche vorbeugenden Maßnahmen können Sie ergreifen?

Unter normalen Umständen zirkuliert regelmäßig Wasser in den Rohrleitungen. Wenn sanitäre Einrichtungen nicht genutzt werden bzw. die Zimmer nicht belegt sind, wird empfohlen, das Wasser täglich einige Minuten lang laufen zu lassen. Diese Vorgehensweise ist aber derzeit nicht immer umsetzbar, beispielsweise aufgrund von Personalmangel. In jedem Fall ist es sinnvoll, die Wassertemperatur so niedrig wie möglich zu halten, um das Wachstum von Bakterien nach Möglichkeit zu hemmen.

Sollten Sie die Desinfektionsmaßnahmen während der Schließung beibehalten?

Legionellen vermehren sich bei Temperaturen zwischen 20°C und 60°C. Sie können bei Temperaturen über 70°C nicht überleben. Zusätzlich zu einer Thermobehandlung müssen bisher erfolgte Maßnahmen zur Wasserhygiene weiterhin eingehalten werden. Hierzu gehören z.B. UV-Bestrahlung, kontinuierliche Chlor- oder Chlordioxidbehandlungen sowie Kupfersilberionisation. Es wird empfohlen, die Wirksamkeit dieser Behandlungen regelmäßig zu überwachen.

Vorbereitungen für Ihre Wiedereröffnung

Allmählich kommt es zur Lockerung der Restriktionen des Lockdowns und eine schrittweise Rückkehr zu sozialen Interaktionen unter Berücksichtigung von Präventivmaßnahmen (wie z.B. Abstandsregelungen und „Maskenpflicht“) beginnt. Zur Vorbereitung Ihrer Wiedereröffnung können Sie die Anlagen neu starten. Bevor sie diese aber im normalen Betrieb nutzen, sollten sie geeignete Desinfektionsmaßnahmen entsprechend Ihrer Anlage durchführen. Hierfür ist es ratsam sich kurz mit ihrem Anlagenhersteller in Verbindung zu setzen. Soweit möglich, empfehlen wir die Temperatur in allen Warmwasserkreisläufen schrittweise auf mindestens 65°C zu erhöhen. Anschließend sollten Sie alle Wasserhähne in den länger nicht benutzten Räumen öffnen, damit durch jene Leitungen mindestens 15 Minuten lang 65°C warmes Wasser fließen kann.

Wie können Sie die Wirksamkeit Ihrer präventiven Maßnahmen kontrollieren?

Wir empfehlen, Trinkwasserproben für eine Legionellenkontrolle in den ungenutzten Räumen/Etagen zu entnehmen. Der Untersuchungsumfang hierfür sollte größer sein, als dies im jährlichen Kontrollplan vorgesehen ist. Darüber hinaus empfehlen wir, eine komplette Prüfung der Anlage durchzuführen, um sicherzustellen, dass das Legionellenrisiko unter Kontrolle ist. Gerne helfen wir Ihnen bei der Planung und Umsetzung dieser Maßnahmen.

Bei Fragen stehen Ihnen unsere Experten gerne zur Verfügung

Unsere technischen und wissenschaftlichen Dienste stehen Ihnen zur Verfügung, um alle Ihre Fragen zu beantworten und Sie bei der Anpassung Ihres Legionellen-Managementplans zu unterstützen. Für Ihre Wiedereröffnung können wir Ihnen einen Aktionsplan mit allen Details für ein Audit Ihrer Installationen sowie ein analytisches Kontrollprogramm zusenden. In jedem Fall stehen wir Ihnen gerne für Beratung und Ratschläge für die sichere Wiedereröffnung Ihres Unternehmens bereit. Bei uns am Standort in Rheda-Wiedenbrück können wir Ihre Trinkwässer gemäß der Trinkwasserverordnung untersuchen. Kontaktieren Sie uns gerne für die Terminkoordinierung.

Senden Sie Ihre Fragen an nsfgermany@nsf.org oder kontaktieren Sie uns telefonisch unter +49 (0) 52 42 / 90 63 0.

 

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